Festkonzert anläßlich „40 Jahre ensemble xx. jahrhundert“

mit Uraufführungen von Alexandra Karastoyanova-Hermentin und Oguz Usman

Wien,  Palais Kabelwerk am Freitag den 27.5.2011

     

Fotos: Elfriede Rossori

Programm

Anton Webern

Cello-Sonate
Vier Stücke für Geige und Klavier, op.7
Variationen für Klavier, op. 27
Konzert, op. 24
Alexandra Karastoyanova-Hermentin
SINDIES (Uraufführung)
Oguz Usman
poème mécanique für zwölf Instrumentalisten (Uraufführung)

Das Konzert

Zum 40. Jubiläum vergab das ensemble xx. jahrhundert Kompositionsaufträge an österreichische Komponistinnen und Komponisten, die im Laufe des Jahres ihre Uraufführung erleben. Den Auftakt machen die Stücke von Alexandra Karastojanova und Oguz Usman in einem Konzert im Palais Kabelwerk Wien; im Herbst folgen die neuen Werke von Wolfgang Mitterer und Johannes Maria Staud.

Das Fest-Konzert des ensemble xx. jahrhundert ist eine Veranstaltung im Rahmen des 2. Musikfest der Vielfalt, das heute, 25.5.2011, 20.00 Uhr, mit einem Eröffnungsfest im ost klub in Kooperation mit der Universität für Musik und angewandte Kunst stattfindet. Die Idee zum Musikfest der Vielfalt in Österreich stammt vom Österreichischen Musikrat und seinen Mitgliedern und wird vom Deutschen Musikrat und vom Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur unterstützt. Das Festival steht unter der Schirmherrschaft der österreichischen UNESCO-Kommission, Medienpartner ist der ORF.

Vom 25. Mai bis 5. Juni 2011 ist es mit gut 200 Veranstaltungen eine Demonstration unserer vielseitigen und hier endlich in ihrer ganzen Breite und Tiefe dargestellten Musiklandschaft ein wichtiger Beitrag dazu, in Österreich ein Klima der Weltoffenheit, der respektvollen Freundlichkeit und der positiven Grundeinstellung zu kultureller Vielfalt zu fördern.

Prof. Dr. Peter Burwik zum Festkonzert anläßlich des 40. Jubiläum des ensemble xx. jahrhundert: „Mit Kompositionsaufträgen für österreichische Komponistinnen und Komponisten setzt das ensemble xx. jahrhundert die Prinzipen seiner Arbeit fort: das österreichische Publikum mit dem aktuellen Schaffen nationaler Künstler bekannt zu machen und zu konfrontieren.“

Komponisten und Werk

Anton Webern

Am Beginn des Konzerts stehen Werke von Anton Webern: jenem Komponisten, der als einer der wichtigsten Wegbereiter der Musik des 20. Jahrhunderts geschätzt wird – mit seinen Werken aber nicht adäquat in den Konzertprogrammen berücksichtigt ist. Für Peter Burwik war das Werk Weberns im Rahmen seiner Unterrichtstätigkeit an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien stets ein Fixpunkt – seine Kompetenz hat er auf das ensemble xx. jahrhundert übertragen, in dessen Konzerten Webern immer einen wichtigen Platz einnahm: so war das Konzert, op 24, bereits im ersten Konzert 1971 im Programm!

Alexandra Karastoyanova-Hermentin

Alexandra Karastoyanova-Hermentin, Peter Burwik

Alexandra Karastoyanova-Hermentin, Peter Burwik

variiert in ihrem Werk SINDIES rhythmisch lebhafte Elemente aus Tänzen ihrer Heimat Bulgarien mit nostalgischen Natur-Erinnerungen.

Alexandra Karastoyanova-Hermentin zu ihrem Werk SINDIES: „Impulsivität und Lebhaftigkeit mit Elementen des rhythmisch anspruchsvollen bulgarischen „Horo“-Tanzes… Blau („SIN“) – meine Farbempfindung des Tones „F“, der in seiner Erhöhung („DIES“) – als Fis in der langatmigen Kantilene zu Beginn und am Ende des Werkes besondere Bedeutung hat. Die Kantilene ist aus dem Prototyp der „rodopski“ – Lieder abgeleitet… – Nostalgisch, sich verbreitend, um sich in der Azurblau der weiten Bergspitzen aufzulösen…“. Rodopi ist der Name einer Bergkette in Bulgarien.“

Alexandra Karastoyanova-Hermentin, 1968 geborene österreichische Komponistin und Pianistin russisch-bulgarischer Abstammung, studierte Klavier und Komposition in Moskau, Sofia und am Mozarteum Salzburg. Aufführungen u.a. in den Chamber Series von CSO, Merkin Concert Hall/NY, The Nordic House/Faroer Inseln. 2007 debütierte sie in der CARNEGIE HALL mit ihrem Violinkonzert „Mahagony“. Auszeichnungen u.a. Förderungspreis der Stadt Wien, Staatsstipendium (2010, 2006, 2001), Aaron Copland Fellowship für eine der renommiertesten Residenzen Amerikas – MacDowell Colony, sowie Aufträge u.a. von WDR, ORF.

Oguz Usman

Oguz Usmanm und Peter Burwik

Oguz Usmanm und Peter Burwik

Oguz Usman führt in poème mécanique die scheinbar konträren Begriffe der Poesie und der Mechanik in unterschiedlichen Konstellationen vor. Die Rolle des advocatus diabolus übernehmen dabei die zwölf Instrumente.

Oguz Usman, geboren 1983 in Yalova/Türkei, lebt in Wien und ist türkisch-österreichischer Doppelstaatsbürger. 2003 – 2009 Kompositionsstudium an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien bei Dietmar Schermann und Michael Jarrell. Kompositionskurse bei Brian Ferneyhough, Wolfgang Rihm, Marco Stroppa, Klaus Lang, Vykintas Baltakas, Hans Zender, Matthias Pintscher, u.a. Diverse Stipendien und Förderungen, u.a. Förderungspreis für Musik 2007 des österreichischen Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur, Förderungspreis für Musik 2009 der Stadt Wien, österreichisches Staatsstipendium für Komposition 2010.

Oguz Usman zu seinem Werk poème mécanique: „Wie der Titel vermuten lässt, hat mein Werk gestalterisch gesehen zwei Seiten; eine ‚poetische‘ und eine ‚mechanische‘. Während die Poesie das Mechanische trifft, sich mit ihm überlappt und selber mechanisiert wird, wird zugleich das Poetische in einer automatisierten Mechanik untersucht.“

Programm Druckversion im PDF-Format

Übersicht News