3. Festkonzert anlässlich »40 Jahre exxj«

mit Werken von Morton Feldman sowie Uraufführungen von Franz Koglmann und Wolfgang Mitterer

Mittwoch, 12.10.2011 um 19:30 Uhr Palais Kabelwerk – Wien 12., Oswaldgasse 35 A (U6 Tscherttegasse) zum Stadtpan

Kartenpreise: € 15, ermäßigt € 10. Vorverkauf: Palais Kabelwerk oder oeticket.

Programm

Morton Feldman
Madame Press died last week at ninety
Viola in my life (3)
Instruments II
Franz Koglmann
Night Drive (Concerto grosso), Uraufführung
Wolfgang Mitterer
Mobile Beats, Uraufführung

Komponisten und Wek

Morton Feldman

»I didn’t expect it to be played so well!« kommentierte Morton Feldman lapidar das Konzert des exxj mit seinen Werken im Jahr 1983. »Bereits 1972, im damals siebenten Konzert unseres jungen Ensembles, präsentierten wir mit Viola in my life eine in Europa vollkommen neue Musik, die jede thematisch oder seriell formulierte Idiomatik beiseite ließ«, erinnert sich Peter Burwik.

Die fragile, sensible Musik Morton Feldmans blieb dem exxj-Gründer, Dirigenten und Professor an der Wiener Musikuniversität ein Anliegen in Unterricht und Aufführungspraxis. Anlässlich des Jubiläums kehrt er nun zu den Anfängen zurück und konfrontiert »die inzwischen historische Aussage Morton Feldmans aus den 70er Jahren mit dem, was uns heute Franz Koglmann und Wolfgang Mitterer zu sagen haben, die im zweiten Teil des Konzerts zu Wort kommen werden.«

Franz Koglmann

Kompositionsaufträge an österreichische Komponisten und Komponistinnen zu vergeben gehört ebenso zu den Prinzipien des exxj – wie das heimische Publikum mit dem aktuellen Schaffen bekannt zu machen und zu konfrontieren. Die Uraufführung von Franz Koglmanns 3-sätziger Komposition Night Drive (Concerto grosso) mit Anklängen aus dem »Cool Jazz« nimmt literarische Erinnerungen als Ausgangspunkt, etwa Nachtfahrt, ein Hörspiel von Gerhard Fritsch.

Night Drive hat seinen Ausgangspunkt im Intervall der reinen Quarte. Dieses Intervall, wir kennen es alle von Polizei und Feuerwehr, ist sozusagen das einzige Motiv von dem sich alles ableitet . Und wir hören es im Kontext eines Hör-Films oder eines akustischen Video-Clips. Vielleicht vernehmen wir eine nächtliche Autofahrt über den Wiener Gürtel, keine naturalistische Fahrt, aber eine voll von kleinen Anspielungen, Gegensätzen und Störungen. Eine Fahrt über diese meist nervende Straße, die aber mit ihren Kontrasten aus Licht und Dunkel, dem abrupten Wechsel von Allegro und Adagio durchaus so etwas wie Magie ausstrahlen kann. Aber auch eine Fahrt mit ‚schönen’ Stellen, vor allem, wenn die vereinzelten Mitglieder des Ensembles exxj solistisch hervortreten, weshalb es sich ja auch um ein Concerto grosso handelt.

Night Drive ist jazzy, ohne wirklich Jazz zu sein. Es ist ein Concerto grosso für Kammerorchester, aber es spielt mit rhythmischen und harmonischen Eigenheiten des Jazz, durchaus auch mit dessen stilistischen Klischees. S.K.: „Jazzgemäß gibt es in meinem eigenen Flügelhorn-Part – aber auch in dem des Cellos – kleinere Freiräume zur Improvisation. Night Drive besteht aus drei Sätzen, die nahtlos ineinander übergehen. Der mittlere der drei Sätze durchstreift vielleicht ein zufällig gerade ruhigeres Areal des Gürtels.“

Wolfgang Mitterer

Wolfgang Mitterers Mobile Beats lagen am Beginn elektronisch veränderte Samples von Improvisationen zugrunde. Diese Samples wurden mittels Frequenz- und Amplituden-Analyse-Programmen in Noten und auf 309 Takte übertragen um Deckungsgleiche von Ensemble und Einspielungen als Ausgangspunkt zu erhalten. Speziell notierte Notenköpfe und Improvisationszeichen öffnen die Partitur im nächsten Schritt in Richtung Re-Improvisation innerhalb der durchorganisierten Takteinheiten.

Wolfgang Mitterer betont, mobile beats seien keine Klingeltöne für Mobiltelefone, sondern variable, sich in verschiedene Richtungen ausdehnende, rhythmische Texturen und Schichtungen. Der Komponist wirkt selbst am Keyboard mit.

ensemble xx. jahrhundert

Birgit Ramsl und Thomas Frey — Flöte | Sebastian Frese — Oboe | Petra Stump und Carmen Gschwandtner — Klarinette | Robert Brunnlechner — Fagott | Andrej Kasijan — Horn | Peter Travnik — Trompete | Franz Koglmann — Flügelhorn | Stefan Thurner — Posaune | Christian Posch — Tuba | Berndt Thurner und Harald Demmer — Schlagwek | Veronika Villanyi — Harfe | Harald Ossberger — Klavier | Bojidara Kouzmanova und Jue-Hyang Park — Violine | Barnaba Poprawski — Viola | Attila Pasztor und Michael Babytsch — Chello | Harald Jäch und Felipe Medina — KontrabassDirigent: Peter Burwik

Das ensemble xx. jahrhundert wurde 1971 von Peter Burwik in Wien gegründet. Sein Schwerpunkt auf zeitgenössischer Musik entsprang dem Bedarf an größerer ästhetischer Vielfalt in der Programmierung von Konzerten mit Gegenwartsmusik in Wien und Österreich. Die Mitglieder des exxj sind hochqualifizierte Instrumentalisten und erste Mitglieder der großen Wiener Orchester.

Die nächsten Konzerte:

  • Strawinsky-Programm – mit Isabel Karajan (Sprecherin) und Harald Ossberger (Klavier):am 20.10. um 19:30 Uhr im 3raum-anatomietheater in Wien, am 27.10. um 19:30 Uhr im Brucknerhaus in Linz,
  • Musik im Museum am 04.11. in Salzburg und in der Reihe Tribüne – lauschergreifend#14 am 07.11. in Wien im 3raum-anatomietheater.

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