Press

Die Presse – Feuilleton, 8. Juni 2016
Von Walter Weidringer

Alte Damen,
staubiger Raum:
Neue Musik!

Peter Burwik und sein Ensemble XX. Jahrhundert brachten im Radiokulturhaus originelle Novitäten.

An lebendigen und qualitätsvollen Auseinandersetzungen mit Musik unserer Zeit herrscht in Wien gottlob kein Mangel, auch abseits der großen Häuser und Festivals. So konzertierte am Montag im Radiokulturhaus ein Klangkörper, der beträchtlich zur Vielfalt in der Musikstadt beiträgt: Das Ensemble XX. Jahrhundert („exxj“), vorwiegend jung und weiblich besetzt, agierte mit Delikatesse und Verve – wie gewohnt unter der Leitung seines Gründers Peter Burwik, einem profunden Kenner der Gegenwartskunst. Wenige Tage nach deren Uraufführung beim Salzburger „Aspekte“ -Festival brachte er zwei neue Werke nach Wien, in denen ihre Schöpfer sich auf eigene ältere Arbeiten beziehen.

Subtil: Julia Purgina
So kommt Julia Purgina in ihrer neutral benannten “Kammermusik IIa“ auf ihr Quartett „Les Petits Vieilles“ (nach Baudelaire) zurück, auf die kleinen alten Damen, die gebeugt und verschrumpelt durch die Stadt trippeln. Flatternde Arabesken, ihre geräuschdurchsetzten, zarten Schatten oder filigrane Atemklänge verdichten sich bei keineswegs
Meditativem Tempo zu manchmal statischen, manchmal dynamischen Abschnitten und wechselnden, bei aller zarten Diskretion doch reizvoll-subtilen Stimmungen.

Auch Christian Ofenbauer schaut mit verändertem Blick retour: „Vergessenes zimmer / staubiger raum“ ist aber mehr als ein Nachhall auf die kleiner besetzten und längeren Werkinkarnationen seiner „Zerstörung des Zimmers / der Zeit“, und von einem staubtrockenen Stück, den der neue Titel suggerieren mag, kann keine Reden sein, im Gegenteil. Das Stück wirkt sogar – nun ja, aufgeräumt, und erweckt den Eindruck einer vergnüglichen Reminiszenz. Es beginnt mit einem überlagerten Stottern des Ensembles, aus einem Ton werden zwei und mehr, überraschende Einschnitte scheinen Klangobjekte voneinander zu scheiden, die teils auratischen Farbenreichtum entwickeln. In einer letzten Wende rotten sich die Ereignisse zu einem homogenen Rhythmus zusammen, der vom Staccato auch noch ins Legato übergeht und erlischt. Wurde das Interieur geordnet? Oder hat sich vielmehr so viel Staub angesammelt, dass alle Konturen unter einer Decke verschwunden sind? Diese Mehrdeutigkeit macht den augenzwinkernden Reiz aus.

Eingefasst wurden die Novitäten von Liza Lims schillernd-trillerndem „The Heat´s Ear“, dem gestisch-melodischen Nachdruck von Klaus Agers „Breccia IV“ und „La chambre des cartes“, in dem Tristan Murail die Klangskaskaden des spektralismus zur Opulenz steigert.

     

3. Festkonzert anlässlich »40 Jahre exxj«

mit Werken von Morton Feldman sowie Uraufführungen von Franz Koglmann und Wolfgang Mitterer Mittwoch, 12.10.2011 um 19:30 Uhr Palais Kabelwerk – Wien 12., Oswaldgasse 35 A (U6 Tscherttegasse) zum Stadtpan Kartenpreise: € 15, ermäßigt € 10. Vorverkauf: Palais Kabelwerk oder … Continue reading

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nmz-Magazin: Vom Widerstand gegen ästhetische Einengung

Das ensemble xx. jahrhundert in Wien feiert sein 40-jähriges Bestehen Artikel der nmz – neue musikzeitung. Regensburg 6/2011, S. 5f. Von Doris Weberberger ← Übersicht News

Der Standard: „Wien braucht ein Haus für zeitgenössische Musik“

Zeitungsartikel vom Mittwoch den 25. Mai 2011 von Daniel Ender nachzulesen auf derStandard.at „Wien braucht ein Haus für zeitgenössische Musik“ 24. Mai 2011, 17:37 Peter Burwik, geboren 1942 in Hamburg, studierte Dirigieren bei Hans Swarowsky und Bruno Maderna sowie Theaterwissenschaft … Continue reading

Festkonzert anläßlich „40 Jahre ensemble xx. jahrhundert“

mit Uraufführungen von Alexandra Karastoyanova-Hermentin und Oguz Usman Wien,  Palais Kabelwerk am Freitag den 27.5.2011       Fotos: Elfriede Rossori Programm Anton Webern Cello-Sonate Vier Stücke für Geige und Klavier, op.7 Variationen für Klavier, op. 27 Konzert, op. 24 Alexandra … Continue reading

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Prof. Burwik fordert Haus für Neue Musik in Wien

„Wien braucht ein Haus für Neue Musik!“ Prof. Dr. Peter Burwik, der anlässlich des 40. Jubiläums des von ihm 1971 gegründeten ensemble xx. jahrhundert mit dem Österreichischen Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst ausgezeichnet wurde, fordert für Wien ein Haus für … Continue reading

The New York Times: An Ensemble Possessed by the Spirit of Schoenberg

By STEVE SMITH Published: September 20, 2006 It couldn’t have been easy to hide an 800-pound gorilla in an intimate recital hall, but the Ensemble XX. Jahrhundert managed to do just that in a concert it presented on Monday night … Continue reading

Symposion und Fest-Konzert 40 Jahre ensemble xx. jahrhundert: Entdecken als Leidenschaft

am 6. Mai 2011 im Bank Austria Kunstforum, Wien 1, Freyung 8 Programm: Symposion: Entdecken als Leidenschaft – Gefordert und gefördert? Fest-Konzert „40 jahre ensemble xx. jahrhundert 2011“ Kammermusikkonzert — derzeitige und frühere Ensemblemitglieder präsentieren Kammermusik von 1910 bis heute. … Continue reading

Peter Burwik zu 40 Jahre ensemble xx. jahrhundert

Ich kann es kaum begreifen – und doch sind es bereits 40 Jahre ensemble xx. jahrhundert, die für die im Verlauf der Jahre vielen Mitwirkenden – wie auch für mich – große Erlebnisse vermittelten, wichtige Begegnungen erlaubten, den Horizont erweiterten … Continue reading

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